Der renommierte Hacker MuscleNerd vom iPhone Dev Team teilte via Twitter mit, dass die in der letzten Woche erschienene Aktualisierung von iOS 5.0.1 einen rechtlich unproblematischen Weg ermögliche, die Sprachsteuerung Siri auf das iPhone 4 zu portieren. MuscleNerd nennt das neue Dateisystem “weit offen”. Apple nutzt in dem kleinen Update keine Verschlüsselung für die RAM-Disk, wodurch technisch versierte Nutzer einfach an die Dateien gelangen können, um die Portierung, ohne Apples Urheberrechte zu verletzen, durchführen können.
Im Oktober wurde Siri gleichzeitig mit iOS 5 präsentiert. Die Spracherkennung wurde von Apple als “ergebener persönlicher Assistent” vorgestellt, der auf alltägliche Spracheingaben reagieren kann, ohne das der Nutzer ein aufwendiges Vokabeltraining mit der Software durchführen muss. Eigentlich sollte die Sprachsteuerung dem neuen iPhone 4S vorbehalten bleiben, da es laut Apple auf anderen iPhones durch die schwächere Hardware nicht laufen sollte. Das Verlangen der iPhone 4-Nutzer war so groß, dass einige Hacker unterschiedliche Wege gefunden hatten, um Siri auf das ältere Gerät zu portieren. Apples Argument für die iPhone 4S-Exklusivität von Siri war also widerlegt.
Alle bisher vorgestellten Möglichkeiten, Siri auf dem iPhone 4 zu nutzen wurden als illegal oder einfach nicht alltagstauglich eingestuft. Die Übertragung eigener Daten über fremde Server, was für die Nutzung auf dem alten iPhone notwendig war, birgt außerdem erhebliche Sicherheits-Risiken. Mit der fehlenden RAM-Disk-Verschlüsselung wäre die Portierung aus rechtlicher Sicht weniger angreifbar.
Warum die Verschlüsselung ausgelassen wurde ist bisher nicht bekannt. Es stellt sich die Frage, ob Apple nun auch Besitzern eines iPhone 4 die Nutzung von Siri ermöglichen möchte, oder die fehlende Verschlüsselung ein Versehen ist, dass durch die Eile entstand, in der das Update bereitgestellt werden sollte.


